Das Buzludzha-Monument wurde 1981 auf 1441 Metern Höhe errichtet, um daran zu erinnern, daß hier 1891 in einer geheimen Versammlung die sozialdemokratische Partei Bulgariens gegründet wurde. Durch ein kleines Loch in einer der Betonwände, unter dem jemand Steine aufgetürmt hat, kann man in den Kongreßsaal einsteigen, den ein Panorama-Mosaik schmückt. Die Bulgarin, die mir beim Friseur am Tag vor meiner Abfahrt aus Berlin die Haare geschnitten hat, meinte, Buzludzha sei das meistgehaßte Gebäude Bulgariens. Mag sein, aber es waren viele Besucher da, ganze Familien, und für mich ging ein Traum in Erfüllung. Wenn ich von diesem Ort bei meinem ersten Besuch im Jahr 1999 gewußt hätte, als das Internet noch nicht voll von Buzludzha-Fotos gewesen ist, ich wäre durchgedreht, auf so etwas gestoßen zu sein. Der Raumeindruck im Saal ist großartig, und die Bildsprache auf diesen Mosaiken ist auf eine seltsame, schräge Art anders als man es von uns gewohnt ist.
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Montag, 27. Juli 2015
Donnerstag, 23. Juli 2015
Interhotel "Veliko Tarnovo"
Brutalisieren ist das neue Urbexen. Das Interhotel "Veliko Tarnovo", ein Gebäude, dessen brutalistischen Charme man auf Bildern gar nicht wiedergeben kann, eine kapriziöse Betonsymphonie. Als Laie würde ich den Stil sozialistischen prä-Postmodernismus nennen. Die wundervolle Treppe, die zum Fluß führt, und die man über einen Gang mit überdimensioniertem Wellendach erreicht. Dieses quadratische Faltdach, dessen Funktion mir nicht klar ist. Dazu muß man sich Folkloregruppen aus Mexiko, Angola und China vorstellen, die auf dem Innenhof sitzen und musizieren, weil sie zur Zeit während eines Folklorefestivals hier untergebracht sind. Das wäre doch auch ein schönes Filmsujet.
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Brutalismus,
Bulgarien
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