Montag, 5. September 2011

Castelul Peleș

Komfort ist die Abwesenheit von unangenehmen Empfindungen, eine bereits erreichte Stufe von Komfort wird nicht mehr wahrgenommen, die Komfortbedürfnisse verfeinern sich sofort. Ein Umfeld vollkommener Bequemlichkeit kann nicht bewußt genossen werden. Anders der ausklappbare Sitz an unseren DDR-Kraxen mit Außengestell in einer langen Nacht in einem überfüllten Abteildurchgang der rumänischen Eisenbahn mit klebrigem Boden. In ihrem Schloß Peleș befinden sich zwei fast identische Marmorskulpturen der ersten rumänischen Königin, einer Deutschen, die sich als Dichterin Carmen Sylva nannte "Lied" und "Wald". Eine Version ist mit einer Lesemaschine ausgestattet, die der Königin das lästige Halten des Buchs erspart. Dank dieser Vorrichtung konnte sich Carmen Sylva beim Lesen mit rumänischer Stickerei beschäftigen, wie sie es liebte. In einer asiatischen Despotie hätte man einen Sklaven zur Verfügung gehabt, um das Buch zu halten, und einen zweiten zum Umblättern, aber Not macht erfinderisch.

Kommentare:

Corinna hat gesagt…

Was sind Kraxen?

Annemarie hat gesagt…

Lieber Jochen,
entdecke gerade erst diesen Blog und mache nun die Blitzreise durch Bukarest, die ich mir immer gewünscht habe.
Herzliche Grüße
Annemarie