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Samstag, 4. Februar 2017

Auf Zeit-Online habe ich einen Text über die komischen, rührenden und im Sinne von Nachhaltigkeit zukunftsweisenden Basteltips in der Leserbrief-Rubrik des DDR-Bastelmagazins "Practic" geschrieben. Wer würde sich heute noch eine "externe Cursorsteuerung" bzw. "Maus" für den Computer basteln, und zwar aus hölzernen Möbelknöpfen und einer Butterdose? Nebenbei wird verraten, daß Alf im Osten erfunden wurde! Das Titelbild ist etwas irreführend und stammt, im Gegensatz zu den anderen Fotos, nicht von mir. Warum sollte man seinen alten Trabi an die Wand kleben? Man kann doch ein Regendach für die Hühner daraus bauen (wie es im Text gezeigt wird.)

Dienstag, 11. August 2015

Plasteflaschen








1988 begeisterten wir uns in Budapest an unseren ersten Cola- und Schweppes-Plasteflaschen, die man, unglaublicher Luxus!, zum Inhalt dazubekam und behalten durfte. Wir transportierten ja unser Campingkocher-Benzin in alten Lenorflaschen, die wir notdürftig abdichteten, indem wir den Deckel über Plastefolie zuschraubten. Die Colaflaschen waren besser als unsere Trinkflaschen, und sie paßten genau in die Seitentaschen der Kraxe, als wären sie dafür gemacht. Ich glaube, ich benutzte sie noch 2-3 Jahre auf Wanderungen. In Bulgarien habe ich angefangen, die vielfältige Nutzung von Plasteflaschen zu dokumentieren. Als Blumentopf, als Gießkanne für die so beliebten Zimmerpflanzen, mit Sand gefüllt als Poller, als Kopfstück für ein Fallrohr, als Schutz gegen aus dem Beton ragende Enden von Bewehrungsstahl. Im Zentrum von Sofia füllten sich die Leute an einer Mineralwasserquelle, die 40° heiß war, in großem Stil Wasser ab. Ich habe auch noch ein Bild aus Budapest dazugefügt, wo ich in den Parks oft Plasteflaschen in den Bäumen hängen sah, die zur Vogelfütterstation umgebaut worden waren.

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Nachtrag aus Thessaloniki



Samstag, 8. August 2015

Lüftungsrohre












In Bulgarien fing ich an, die reiche Formenwelt der Lüftungsrohre zu dokumentieren, offenbar gab es hier eine unterirdische Parallelwelt. Manche vermuteten ja, daß die Chinesen über ein Tunnelsystem verfügten, wie konnte man sich sonst erklären, daß sie irgendwann gleichzeitig überall aufgetaucht waren? Oder waren es Horchvorrichtungen, zum Abhören der Bevölkerung? Vielleicht ja nur als Attrappe, weil das zur Einschüchterung schon reichte? Niemand fragt nach solchen Rohren, man nimmt sie einfach als gegeben hin. Plastische Kunst von anonymen Meistern.

Dienstag, 10. März 2015

Robinson-Design



 




Was wir Design nennen, ist nur eine Spezialveranstaltung für einen kleinen Teil der Menschheit, die Mehrheit lebt wie Robinson auf seiner Insel und bastelt sich Gebrauchsgegenstände aus Materialien, die von der "Zivilisation" angeschwemmt werden. Ich finde diese Lösungen poetisch, es steckt immer ein überraschender Gedanke darin. Man braucht Phantasie, um in einer Form eine andere zu entdecken, und das ist doch eigentlich schon wieder Kunst. Außerdem hat es etwas Subversives, wenn unsere Formen einfach uminterpretiert werden. Die Robinsons leben in der Dritten Welt, oder mitten unter uns in unseren Städten, aber die DDR war auch so eine Insel, und das Zentralorgan hieß nicht "Neues Deutschland", sondern "Practic", die Zeitschrift, in der Leser Basteltips veröffentlicht haben. Z.B. wie man aus einer Schultüte (heißt es im Westen "Zuckertüte", oder ist das regional?) und Holzostereiern, an denen offenbar kein Mangel herrschte, einen Papierkorb baut. Ähnlich ingeniös ein Obdachloser in Dublin, der für sich aus aufgeblasenen Plastetüten eine praktische Sitzgelegenheit gebastelt hat. In China gesehen, ein alter Stuhl, der zum Rahmen für einen Grill-Ventilator wird. Istanbul, an der Hagia Sophia, Straßenkehrer benutzen Kehrschaufeln, die sie aus Plastekanistern zurechtgeschnitten haben. Oder ein Spiegel, der an einer alten Krücke befestigt wird, so lassen sich die Autos der Besucher der deutschen Botschaft in Istanbul von unten kontrollieren. Und schließlich Kinder in Marokko (Essaouira), die sich aus dem unteren Teil eines alten Staubsaugers ein Spielzeugauto gebaut haben, das sie an einer Schnur hinter sich herziehen.

Montag, 2. März 2015

Volkskunst


Ein unerforschtes Gebiet ist die DDR-Volkskunst, dafür gibt es leider kein Museum: gelötete Kronkorkenmäuse, geklebte Nudelfiguren, geschreinerte Briefkastenhäuser, Namensschilder für die Haustür aus gebrannter Knete. Anders als die Schnitzereien aus dem Erzgebirge, ist das alles nicht weltberühmt geworden, weil es nicht für den Export gedacht war, sondern zur Ausschmückung der eigenen Wohnung. Schon im Werkunterricht hat man für die Mutter einen Kerzenständer gefeilt, im PA-Unterricht wurden dann Laichgrotten fürs Aquarium hergestellt oder Wärmflaschenbezüge aus Frottee genäht, bei der Armee schließlich, um nicht verrückt zu werden, anspruchsvolle Architekturmodelle aus Streichhölzern geklebt. Da es ja immer an Holz mangelte, waren Wäscheklammern ein beliebtes Material. Hier im Bild wurden sie zu einem Bierkrug verarbeitet, mit Sichtfenster für die West-Dose. In den selbst gesägten Griff wurde ein Ornament gebrannt, und dann alles schön lackiert. Wenn die Wende nicht gekommen wäre, würden wir vielleicht heute versuchen, an den Ostseestränden solche Produkte unserer Kultur an reiche Touristen aus dem Westen zu verkaufen. (Objekt: Archiv Don Brummer)

Donnerstag, 19. Februar 2015

Externe Cursorsteuerung "Maus"






Eigentlich war es nur folgerichtig, daß Kati Witt irgendwann eine Liaison mit MacGyver hatte, wahrscheinlich hat er sie mit seiner Frisur und seinen Bastelfähigkeiten an die DDR-Männer ihrer Jugend erinnert, die ja, wenn sie ihrer Familie etwas bieten wollten, auch immer auf MacGyvers Fähigkeiten angewiesen gewesen waren. Die tschechische Knetfigurenserie "Pat und Mat" kam mir immer wie eine Verfilmung unseres Alltags vor, man wollte sich etwas basteln und löste dadurch eine Kaskade von Pannen aus. Meine Lieblingszeitschrift war damals die "Practic", auch wenn ich selten etwas daraus erfolgreich nachgebastelt habe, aber es gab so wundervolle Lesertips, z.B., wie man aus Eierverpackungen einen Lampenschirm oder aus zwei Kleiderbügeln eine Trockenvorrichtung für Plastetüten herstellen konnte. 1988 wurde eine Anleitung zum Bau einer Maus abgedruckt, die "sich zur Cursorsteuerung einen festen Platz erobert hat, bei manchen PC gehört sie sogar schon zur Standardausstattung." Materialien waren zwei Holzkugeln, Schrauben, Muttern, Metallreste und eine Seifendose. "Hast du Isoband und Draht, dann kommst du bis nach Leningrad!"

Freitag, 13. Februar 2015

Hühner-Trabi


Walddrehna bei Luckau: zum Glück kann ich den Navi nicht richtig programmieren, deshalb führt er mich immer von der Landstraße weg durch die kleinsten Orte. So habe ich endlich einen Beleg für etwas gefunden, das ich mir also doch nicht eingebildet hatte: den Trabi als Unterstand für Hühner. Ob er ganz verbuddelt wurde, oder nur das Dach?

Freitag, 30. September 2011

Măldăreşti, August '08

Wem die Mangelgesellschaft eine besondere Anpassungsfähigkeit antrainiert hatte, der befand sich in einer Welt schwindender Ressourcen in der Avantgarde. Der Blick für die unerkannt in den verfügbaren Materialien schlummernde Funktion hatte eine künstlerische Dimension. Der Stützisolator war ein Ready-made, man mußte ihn nur aus seinem Sinnzusammenhang lösen und als Torpfosten verwenden, eine Methode, die Marcel Duchamp berühmt gemacht hat. Plötzlich hatten die Schirme um den Strunk, die bei diesen Bauteilen für eine Kriechwegverlängerung sorgen, eine dekorative Wirkung.

Mittwoch, 21. September 2011

Craiova, August '08



Vom Geflecht der Gasleitungen, das an manchen Häuserwänden offen lag und dadurch etwas anrührend verletzliches hatte - vor allem, wenn man es mit der Farbe der Unschuld unsichtbar zu machen versucht hatte-, ging auf mich die gleiche Faszination aus, wie von den Schaltplänen und Leiterplatten, deren Sprache ich als Jugendlicher vergeblich zu lernen versucht hatte, weil ich mir vorstellte, daß es mir eine große Macht verliehen hätte, darin lesen zu können. Aber auch, wenn ich nichts davon verstand, schraubte ich gerne Geräte auf, es war wie der Blick unter die Motorhaube, eine Geste, die keinen Sinn hatte, sich aber gut anfühlte. Vielleicht mochte ich diese Gasleitungen auch, weil sie mich an meine alte Wohnung erinnerten, wo es ähnlich ausgesehen hatte. Rohre führten hinein und andere hinaus, manche kannte ich, andere nicht, aber es war gut zu wissen, daß wenigstens meine Wohnung ihre Rolle in der Gesellschaft voll ausfüllte.

Freitag, 16. September 2011

Iași, August '09




Die Plattenbauten waren der blinde Fleck im Auge des westlichen Besuchers, die Einladung, sich als etwas besseres zu fühlen, Kraft eines ästhetischen Urteilsvermögen, das einen befähigte, den herausragenden Schauwert des Taj Mahal zu erkennen. Die optische Blockade, die durch den Mangel an gewohnten Reizen erklärt werden könnte, aber nicht mit einem tatsächlichen Mangel an Reizen, löste sich erst nach Tagen beim Betrachten einer Plattenbaufassade, an der mit einem Mal die Vielfalt von Lebenszeichen auffiel, mit der die tägliche Existenz der Menschen diese formstrenge Architektur versehen hatte. Viele Balkons, die als Stauraum, Blumengarten oder Bücherzimmer dienten, verschlossenen sich nicht dem Blick von der Straße, sondern erlaubten dem Passanten Spekulationen über das Leben ihrer Bewohner. Andere Balkons waren mit Busscheiben verglast worden, ein Beleg für die Kriegsökonomie, die im Osten herrschte, und die die Menschen zu Bastlern machte, wie unsere Großmütter aus Wehrmachtshelmen Kochtöpfe und bauten und Kleider aus Fallschirmseide nähten. Die Freude über die gelungene Lösung, die ein Bastler empfindet, wenn es ihm gelungen ist, durch die Kraft seiner Imagination aus dem zufällig vorhandenen das gerade benötigte herzustellen, wurde bei der Klage über die Mangelwirtschaft, die vor allem von denen erhoben wurde, die gar nicht unter ihr gelitten hatten, unterschlagen.

Mittwoch, 14. September 2011

Iași, August '09



Eine Garage mit dem für Rumänien typischen angeschweißten Rohrende als Schutz für das Schloß. Der Besitzer hatte zwei Halbkreise aus den Garagentüren gesägt und so eine der berühmtesten rumänischen Skulpturen zitiert, das "Tor des Kusses" von Brâncuși, das zusammen mit seinem "Tisch des Schweigens" und der "Säule ohne Ende" in Târgu Jiu ein auf einer langen Achse gelegenes Ensemble bildet. Brâncuși, der sich in Paris von Sauerkohl, selbst gemachtem Quark und Polenta ernährte, hatte im Lauf seines Lebens zu immer reduzierteren Formen gefunden. War es Absicht oder hatte der Garagenbesitzer seine Halbkreise zufällig noch einmal entdeckt? Daß die "Säule ohne Ende" sich im Logo eines Folklorekanals drehte, im Emblem der Sprivatuniversität "Spiru Haret" zu finden war und im Stadtwappen von Târgu Jiu, war noch nicht verwunderlich, daß mitten im Wald an einem Rastplatz ein aus Baumstämmen geschnitzter "Tisch des Schweigens" stand, schon eher. Aber wenn das Werk eines Bildhauers sich in einer Garagentür wiederfand, dann war ihm eine Ehre widerfahren, von der die meisten Künstler nur träumen konnten.

Dienstag, 13. September 2011

Iași, August '09




Herkömmliche Sehenswürdigkeiten konkurrieren mit aufwendigen Mitteln um die Aufmerksamkeit der Touristen, jahrhundertelange Kulturbemühungen gipfeln in Objekten, deren Wert für uns darin besteht, daß wir sie noch nie gesehen haben und möglichst nirgends sonst sehen können. Rumänien ist aber reich an alltäglichen Dingen, die man so noch nie gesehen hat, und als deren Entdecker man sich fühlen kann, weil auf sie kein Touristenführer hinweist. Bauliche Lösungen, die in Deutschland gegen eine Flut von Vorschriften verstoßen würden (wobei die Bauordnung bei uns ja keineswegs ästhetisch überzeugende Lösungen fördert, sondern lediglich dafür sorgt, daß alles genauso aussieht, wie alles andere). Wenn ein Trampelpfad durch einen Park im nachhinein zu einem Beton-Weg befördert wird - ein sehr demokratischer Vorgang-, und wenn dann eine Mauer im Weg steht, baut man eben nachträglich eine Treppe. Auch wenn dieses friedliche Miteinander von Mauer und Treppe eine dauerhafte Lösung ist, wird sie für immer provisorisch wirken. Es hat etwas Brutales, aber es liegt darin auch eine große Freiheit. Meine Freude daran kommt wohl daher, daß ich mir, anders als beim Eiffel-Turm, vorstellen kann, so etwas auch zu können, man fühlt sich dann einmal nicht zwergenhaft und eingeschüchtert von den Kulturleistungen der Menschheit, sondern genießt das Gefühl, nicht der einzige zu sein, der im Leben nichts zustande bringt, und daß es keine Schande ist, über die Vergangenheit auf selbstgebauten Treppen hinwegzuschreiten.

Freitag, 9. September 2011

Crișan


In Crișan, mitten im Donaudelta stieß ich auf eine anrührende Handwagenkultur. Diese Fahrzeuge dienen hier dem Zweck, Touristengepäck von der Anlegestelle zur Pension zu transportieren. Die in Handarbeit geschaffenen Modelle dokumentieren einen Überschuß an ästhetischem Ausdruckswillen, wenn sie auf verspielte Weise denselben Bautyp variieren. Jedes dieser Fahrzeuge, die, schon weil sie mit Muskelkraft betrieben werden und die Hände binden, für niedere Arbeiten stehen - bzw. sogar emblematisch wurden für die Vertreibung von Volksgruppen aus ihrer Heimat-, erstaunt hier durch eine Unverwechselbarkeit, die bei uns durch die industrielle Massenproduktion verloren gegangen ist.

Donnerstag, 8. September 2011

Mila 23


Im Donaudelta leben Nachkommen von Russen, die im 17.Jahrhundert wegen einer Kirchenreform das Land verlassen hatten, sie wollten das Kreuz weiterhin mit zwei und nicht mit drei Fingern schlagen. Wie seltene Blumen betrachtet man die Gräber, wenn Namen wie Nichiforov, Danilov, Marcov darauf stehen, ein paar Kilometer weiter, hinter der ukrainischen Grenze, würde man nicht so staunen. Man muß nur seine Heimat verlassen, um interessant zu werden. Vielleicht gibt es Gegenden in der Welt, in denen unser Hausspatz als Exot bestaunt wird. Der Friedhof von Mila 23 war so zugewuchert, daß ich Angst hatte, auf Gräber zu treten. Die Schmiedearbeiten haben mich an unsere Brandenburger Gartenzäune erinnert.

Dienstag, 30. August 2011

Bukarest, Calea Plevnei

Eine Treppe endete an einer Wand, war hier einmal eine Tür gewesen und die Treppe übrig geblieben? Oder war das ganze Haus ausgetauscht worden? Oder handelte es sich um eine optische Täuschung, und man konnte durch die Wand durchgehen, wenn man nur fest daran glaubte? Vielleicht brachte es auch Unglück, Treppenstufen abzureißen? Oder man hatte noch seine Haltung aus der Zeit des Mangels bewahrt, daß man nichts wegwarf, auch keine Treppenstufen? Erst als ich anfing, über solche Rätsel nachzudenken, gingen mir die Augen auf, und ich staunte über den Reichtum und die Vielfalt dieser Stadt. Es war, als mußte man erst durch eine Wand gehen.

Montag, 29. August 2011

Heimatweh

In meiner Straße war eine Allee von Betonfässern aufgestellt worden, weil ein Kabel in zwei Metern Höhe zu einer Baustelle geleitet werden sollte. In Deutschland erinnerten Baumaßnahmen immer an den Atlantikwall. Das spirituelle Zentrum der Bundesrepublik war die Tiefgarage, nirgends war man der Seele der Deutschen näher. In der schmucklosen Solidität unserer Bunkerarchitektur lag eine große Angst vor der Zukunft. In Bukarest sahen Baustellen aus wie Spielplätze, auch wenn hier niemand Helme trug. Die Männer, die bei einem Gebäude von Anfang an dabei waren, lernten mit jedem Stockwerk mehr über ihre Aufgabe. Kabel wurden in Baumgabeln gelegt wie Gartenbeleuchtung.

Mittwoch, 24. August 2011

Tulcea


Aus Bewehrungsstahl, Rohr, Beton und Blech, den Materialresten, die die überforderte Volkswirtschaft ihnen zuteilte, hatten namenlose Gestalter Formen entworfen, denen man auch nach Jahrzehnten noch ansah, wie gerne man damals in der Zukunft gelebt hätte.

Sonntag, 21. August 2011

Bukarest, Bulevardul Lăscar Catargiu

Auf solchem Pflaster wurde das Gehen nie langweilig, man sah viel auf den Boden, wie als Kind, und es war manchmal wie beim Wandern im Gebirge, daß man sich freute, wenn man auf einem großen, glatten Stein festen Halt fand.

Samstag, 20. August 2011

Bukarest

Oft waren in die Türen und Hoftore Gucklöcher geschnitten worden, durch die ein kühler, in der Hitze angenehmer Luftstrom blies, der nach Vergangenheit und rumänischen Schwarz-Weiß-Filmen im Ferienprogramm roch.

Donnerstag, 18. August 2011

Tulcea, Monumentul Eroilor

Dieses Toilettenschild in Tulcea am "Denkmal für die Helden" ist in Wahrheit ein Palimpsest. Ein lässig grüßender Mann und eine Frau in Pumps und Minirock machen auf jeden Fall schon einmal Lust auf einen Toilettenbesuch außer der Reihe. Wenn man genau hinsieht, stellt man aber fest, daß das Schild übermalt wurde und bereits ein Leben als Straßenschild hinter sich hat. "Strada Orizontului" steht dort eingeprägt. Es ist schön, daß in Rumänien nicht nur alte deutsche Regionalexpresse, alte deutsche Papierkörbe und alte deutsche Postautos eine zweite Chance bekommen, sondern auch Schilder von nicht mehr benötigten Straßen.